Kooperationslabore - Fachanalytik für BSV Heyer
Fachkompetenz für Schimmelpilze, mikrobiologische Belastungen und biologische Schadstoffe
Für die fachgerechte Untersuchung und Bewertung von Schimmelpilzschäden, mikrobiellen Belastungen und weiteren biologischen Schadstoffen arbeitet BSV HEYER mit spezialisierten Kooperationslaboren für biologische und mikrobiologische Analytik zusammen.
Die Zusammenarbeit verbindet die sachverständige Untersuchung und fachgerechte Probenahme vor Ort mit einer spezialisierten Laboranalytik.
Je nach Untersuchungsauftrag und Fragestellung können unter anderem Raumluft, Baustoffe, Oberflächen, Staub, Wasser sowie Proben aus raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen) untersucht werden.
Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf dem Nachweis und der Differenzierung von Schimmelpilzen und anderen mikrobiologischen Belastungen in Gebäuden.
Durch die Kombination aus sachverständiger Untersuchung, gezielter Probenahme und spezialisierter Laboranalytik können Auffälligkeiten nicht lediglich optisch beurteilt, sondern durch geeignete Untersuchungsverfahren analytisch überprüft werden.
Von der Probenahme bis zum Laborbefund
Eine aussagekräftige Laboruntersuchung beginnt bereits mit der Auswahl einer geeigneten Probenahmestrategie.
Nicht jedes Verfahren ist für jede Fragestellung geeignet.
Eine sichtbare Auffälligkeit auf einer Wandoberfläche erfordert beispielsweise eine andere Untersuchungsmethode als der Verdacht auf einen verdeckten Schimmelpilzbefall innerhalb einer Bauteilkonstruktion oder eine mögliche Belastung der Raumluft.
Je nach Schadensbild und Untersuchungsziel können unter anderem folgende Probenahmeverfahren eingesetzt werden:
- Raumluftproben
- Luftkeimsammlungen
- Luftpartikelsammlungen
- Materialproben
- Folienkontaktproben
- Abstrichproben
- Oberflächenproben
- Wasserproben
- Proben aus raumlufttechnischen Anlagen
Die Auswahl des jeweiligen Verfahrens erfolgt abhängig von der konkreten Fragestellung und den Gegebenheiten vor Ort.
Ziel ist nicht die Entnahme möglichst vieler Proben, sondern eine fachlich begründete, zielgerichtete und aussagekräftige Probenahme.
Untersuchung von Schimmelpilzen
Ein zentraler Tätigkeitsbereich unserer Kooperationslabore ist die mikrobiologische und mykologische Untersuchung von Schimmelpilzbelastungen. Schimmelpilze können in Gebäuden offen sichtbar auftreten, sich jedoch ebenso verdeckt innerhalb von Bauteilen und Konstruktionen entwickeln.
Insbesondere nach Feuchte- und Wasserschäden können mikrobiologische Belastungen vorhanden sein, obwohl an den zugänglichen Oberflächen zunächst kein eindeutiger Befall erkennbar ist.
Durch unterschiedliche mikrobiologische, kulturelle und mikroskopische Untersuchungsverfahren können entnommene Proben auf Schimmelpilze beziehungsweise Schimmelpilzsporen untersucht werden.
Abhängig vom eingesetzten Analyseverfahren können unter anderem Gattungen beziehungsweise Arten, Zusammensetzung und Konzentration der nachgewiesenen Schimmelpilze bestimmt werden. Auch das Auftreten charakteristischer Feuchteindikatoren kann für die weitere fachliche Bewertung von Bedeutung sein.
Die Ergebnisse der Laboranalyse liefern damit wichtige Informationen für die Beurteilung, ob eine mikrobielle Belastung vorliegt und ob weitere Untersuchungs-, Sanierungs- oder Kontrollmaßnahmen erforderlich sind.
Folienkontaktproben - mikroskopische Untersuchung von Oberflächen
Bei sichtbaren Auffälligkeiten auf Oberflächen kann eine Folienkontaktprobe eingesetzt werden.
Dabei werden vorhandene Partikel und Strukturen unmittelbar von der betreffenden Oberfläche aufgenommen und anschließend im Labor mikroskopisch untersucht.
Das Verfahren kann insbesondere dazu dienen, zwischen einer bloßen Ablagerung beziehungsweise einem Anflug von Sporen und einem tatsächlichen mikrobiellen Bewuchs zu unterscheiden.
Bei der mikroskopischen Untersuchung können darüber hinaus weitere auffällige Bestandteile erkannt werden.
Folienkontaktproben ermöglichen somit eine schnelle und weitgehend zerstörungsfreie Untersuchung verdächtiger Oberflächen.
Materialproben - Untersuchung von Baustoffen
Bei Verdacht auf einen mikrobiellen Befall innerhalb eines Baustoffs können Materialproben entnommen und zur Laboruntersuchung eingesandt werden.
Hierzu können beispielsweise Proben aus folgenden Materialien gehören:
- Putz und mineralische Baustoffe
- Tapeten
- Dämmstoffe
- Mineralfaserdämmstoffe
- Polystyrol
- Holz
- Holzwerkstoffe
- Estrich- und Fußbodenkonstruktionen
- weitere poröse Baumaterialien
Abhängig von der Fragestellung und dem Material können unterschiedliche Untersuchungsverfahren eingesetzt werden.
Bei kulturellen Verfahren werden vorhandene kultivierbare Mikroorganismen unter definierten Bedingungen auf geeigneten Nährmedien kultiviert und anschließend ausgewertet.
Bei quantitativen Untersuchungen kann die Konzentration beispielsweise als koloniebildende Einheiten (KBE) pro Gramm Material bestimmt werden.
Neben der Konzentration ist häufig auch die Zusammensetzung der vorhandenen Schimmelpilzflora von Bedeutung.
Eine fachgerecht geplante Materialbeprobung kann insbesondere nach Feuchte- und Wasserschäden wichtige Hinweise auf die räumliche Ausdehnung einer mikrobiellen Belastung liefern.
Luftkeimsammlung - kultivierbare Schimmelpilzsporen
Zur Untersuchung der Raumluft kann eine Luftkeimsammlung mittels Impaktion durchgeführt werden.
Hierbei wird ein definiertes Luftvolumen auf geeignete Nährmedien geleitet. Die abgeschiedenen und kultivierbaren Schimmelpilzsporen werden anschließend unter kontrollierten Bedingungen im Labor inkubiert, gezählt und differenziert.
Die Ergebnisse können als Konzentration der koloniebildenden Einheiten pro Kubikmeter Raumluft (KBE/m³) angegeben werden.
Von besonderer Bedeutung kann dabei der Vergleich zwischen Innenraum- und Außenluft sein.
Schimmelpilzsporen kommen natürlicherweise auch in der Außenluft vor und unterliegen jahreszeitlichen und witterungsbedingten Schwankungen.
Eine geeignete Referenzmessung ermöglicht deshalb eine differenziertere Bewertung der im Innenraum festgestellten Konzentrationen und Artenzusammensetzung. Auffällige Konzentrationen oder charakteristische Schimmelpilzarten beziehungsweise Feuchteindikatoren können Hinweise auf eine mögliche Quelle innerhalb des Gebäudes liefern.
Luftpartikelsammlung - Bestimmung der Gesamtsporenzahl
Nicht alle in der Raumluft vorhandenen Schimmelpilzsporen sind noch kultivierbar.
Ergänzend oder alternativ zur Luftkeimsammlung kann daher eine Luftpartikelsammlung zur Bestimmung der Gesamtsporenzahl durchgeführt werden.
Dabei wird ein definiertes Luftvolumen über einen geeigneten Probenträger geführt. Die abgeschiedenen Partikel werden anschließend mikroskopisch untersucht und ausgewertet.
Ein wesentlicher Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, dass auch nicht mehr kultivierbare beziehungsweise abgestorbene Schimmelpilzsporen und andere relevante Strukturen erfasst werden können.
Die Luftpartikelsammlung kann insbesondere eingesetzt werden zur:
- Untersuchung möglicher verdeckter Schimmelpilzquellen
- Beurteilung der Gesamtsporenbelastung
- Untersuchung nach Feuchte- und Wasserschäden
- Bewertung auffälliger Innenräume
- Kontrolle nach Schimmelpilzsanierungen
- Überprüfung einer durchgeführten Feinreinigung
Gerade im Rahmen von Sanierungskontrollen kann die Erfassung nicht kultivierbarer Partikel von Bedeutung sein.
Abstrich- und Oberflächenproben
Für bestimmte Oberflächen oder schwer zugängliche Bereiche können Abstrichproben eingesetzt werden.
Dabei werden Mikroorganismen mit geeigneten sterilen Probenträgern von der betreffenden Oberfläche aufgenommen und anschließend im Labor weiter untersucht.
Je nach Untersuchungsziel können damit beispielsweise Schimmelpilze oder bakterielle Belastungen untersucht werden.
Das Verfahren kann insbesondere dort sinnvoll sein, wo eine Materialentnahme oder eine klassische Kontaktprobe technisch nicht möglich oder nicht zweckmäßig ist.
Untersuchung raumlufttechnischer Anlagen
Auch raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) können Gegenstand mikrobiologischer Untersuchungen sein.
RLT- und Klimaanlagen können bei hygienischen Auffälligkeiten zur Verbreitung von Mikroorganismen innerhalb eines Gebäudes beitragen. Entsprechend wichtig können hygienische Kontrollen und gezielte mikrobiologische Untersuchungen sein.
Je nach Fragestellung kommen beispielsweise folgende Untersuchungen in Betracht:
- Luftproben
- Kontakt- und Oberflächenproben
- Abstrichproben
- Wasserproben
- Staubproben
- weitere mikrobiologische Untersuchungen von Anlagenkomponenten
Bei entsprechenden Untersuchungen können die Anforderungen und Bewertungsgrundlagen der VDI 6022 berücksichtigt werden.
Wasserproben. Im Zusammenhang mit raumlufttechnischen Anlagen oder anderen hygienischen Fragestellungen können auch Wasserproben mikrobiologisch untersucht werden.
Abhängig vom Untersuchungsauftrag können unter anderem Parameter wie:
- Legionellen
- Pseudomonaden
- weitere mikrobiologische Parameter
- nachgewiesenen Schimmelpilzgattungen und -arten
- Konzentrationen kultivierbarer Mikroorganismen
- koloniebildenden Einheiten (KBE)
- Gesamtsporenzahlen
- Zusammensetzung der Schimmelpilzflora
- Feuchteindikatoren
- mikrobiologischen Auffälligkeiten
- weiteren untersuchungsspezifischen Parametern
Gegenstand einer Laboruntersuchung sein. Für aussagekräftige Ergebnisse sind die fachgerechte Probenahme, geeignete sterile Probengefäße, die Dokumentation der Entnahmestelle sowie ein sachgerechter und zeitnaher Probentransport von wesentlicher Bedeutung.
Untersuchung holzzerstörender Organismen
Bei Schäden an Holzkonstruktionen kann außerdem eine Untersuchung auf holzzerstörende Pilze oder Insekten erforderlich sein.
Die möglichst eindeutige Bestimmung des vorhandenen Organismus kann für die Bewertung eines Schadens und die Festlegung geeigneter weiterer Maßnahmen von erheblicher Bedeutung sein.
Insbesondere bei Verdacht auf einen holzzerstörenden Pilz ist eine fachgerechte Bestimmung ein wichtiger Bestandteil der weiteren Schadensbeurteilung.
Untersuchungsverfahren und technische Regelwerke
Für die Aussagekraft mikrobiologischer Untersuchungen sind eine geeignete Probenahme, sachgerechte Probenbehandlung, korrekte Laborbearbeitung und nachvollziehbare Auswertung entscheidend.
Abhängig von der jeweiligen Fragestellung und dem gewählten Analyseverfahren können Untersuchungen unter Berücksichtigung einschlägiger Normen, Richtlinien und fachlicher Empfehlungen durchgeführt werden.
Hierzu gehören beispielsweise Verfahren aus der Normenreihe DIN ISO 16000 zur Untersuchung von Verunreinigungen der Innenraumluft.
Dazu zählen unter anderem:
DIN ISO 16000-18 Nachweis und Zählung von Schimmelpilzen – Probenahme durch Impaktion.
DIN ISO 16000-20 Nachweis und Zählung von Schimmelpilzen – Bestimmung der Gesamtsporenzahl.
DIN ISO 16000-21 Nachweis und Zählung von Schimmelpilzen – Probenahme von Materialien.
Bei der fachlichen Beurteilung können darüber hinaus einschlägige Empfehlungen und Leitfäden, beispielsweise des Umweltbundesamtes (UBA), herangezogen werden.
Für hygienische Untersuchungen raumlufttechnischer Anlagen können die Vorgaben der VDI 6022 von Bedeutung sein.
Qualitätssicherung und Akkreditierung
BSV Heyer legt bei der Auswahl kooperierender Labore besonderen Wert auf fachliche Qualifikation, nachvollziehbare Analyseverfahren und geeignete Maßnahmen der Qualitätssicherung.
Hierzu können unter anderem die Anwendung standardisierter Untersuchungsverfahren und die Teilnahme an Ringversuchen beziehungsweise Laborvergleichsuntersuchungen gehören.
Ringversuche dienen der externen Qualitätssicherung. Dabei werden die Analyse- und Auswertungsergebnisse unterschiedlicher Laboratorien anhand definierter Proben beziehungsweise Aufgabenstellungen miteinander verglichen.
Eine formale Akkreditierung eines Labors nach DIN EN ISO/IEC 17025 ist hiervon zu unterscheiden.
Sofern für eine konkrete Untersuchung eine bestimmte Akkreditierung oder ein bestimmter Akkreditierungsumfang erforderlich ist, wird dies bei der Auswahl des geeigneten Kooperationslabors und Untersuchungsverfahrens berücksichtigt.
Damit kann abhängig von der jeweiligen Aufgabenstellung gezielt das für die erforderliche Analytik geeignete Labor ausgewählt werden.
Laborberichte und Untersuchungsergebnisse
Nach Abschluss der Laboruntersuchung werden die Analyseergebnisse in einem Labor- beziehungsweise Untersuchungsbericht dokumentiert.
Abhängig vom eingesetzten Untersuchungsverfahren können darin beispielsweise Angaben enthalten sein zu:
Die Laborergebnisse stellen dabei einen wichtigen Bestandteil der Untersuchung dar.
Entscheidend ist die fachliche Gesamtbewertung
Ein Laborbefund sollte grundsätzlich nicht isoliert vom untersuchten Gebäude und der konkreten Probenahmesituation betrachtet werden.
Die Aussagekraft einer Analyse hängt wesentlich davon ab, wo, warum und unter welchen Bedingungen eine Probe entnommen wurde.
Deshalb verbindet BSV Heyer die Laboranalytik mit der sachverständigen Untersuchung des Gebäudes.
Dabei betrachten wir die gesamte Untersuchungskette:
- Schadensaufnahme - Untersuchung vor Ort - Festlegung der Fragestellung - Auswahl des geeigneten Probenahmeverfahrens - fachgerechte Probenahme Laboranalyse - fachliche Bewertung der Ergebnisse
Erst die Verbindung der Laborwerte mit den vor Ort festgestellten Gegebenheiten ermöglicht eine fundierte Beurteilung.
Hierbei können unter anderem:
- Feuchteursachen
- Bauteilaufbau
- Schadensentwicklung
- Probenahmestelle
- Vergleichsproben und weitere bauphysikalische beziehungsweise gebäudebezogene Faktoren berücksichtigt werden.
BSV HEYER und spezialisierte Kooperationslabore
Durch die Zusammenarbeit mit spezialisierten Fachlaboren kann BSV HEYER abhängig von der jeweiligen Fragestellung auf unterschiedliche mikrobiologische, mykologische und weitere analytische Untersuchungsverfahren zurückgreifen.
Dies ermöglicht eine zielgerichtete Kombination aus:
- Sachverständigenkompetenz vor Ort
- und spezialisierter Laboranalytik
Unsere Kooperationslabore werden abhängig von der jeweiligen Aufgabenstellung und dem benötigten Untersuchungsverfahren ausgewählt.
Damit können insbesondere bei Schimmelpilz- und Feuchteschäden, Wasserschäden, Verdacht auf verdeckte mikrobielle Belastungen, hygienischen Fragestellungen sowie bei Kontrolluntersuchungen nach Sanierungsmaßnahmen objektive analytische Ergebnisse in die fachliche Gesamtbewertung einbezogen werden.
Die Laboranalyse liefert Mess- und Untersuchungsergebnisse, die sachverständige Bewertung setzt diese Ergebnisse in den Zusammenhang mit dem Gebäude, dem Schadensbild und der konkreten Fragestellung.